Jeden Tag stellen wir die wichtigsten Pfand-Nachrichten aus Europa zusammen: von Systembetreibern, Behörden und Fachmedien. Kurz zusammengefasst in Ihrer Sprache, mit Link zur Quelle.
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PTJornal de Leiria
Portugal: Pfandsystem Volta nach knapp sechs Monaten bei 417 Millionen Verpackungen
Das portugiesische Pfandsystem Volta, das im April startete, hat inzwischen mehr als 417 Millionen Flaschen und Dosen gesammelt. Verbraucher erhielten insgesamt 41,7 Millionen Euro Pfand (10 Cent pro Stück) zurück. Die Umweltorganisation Zero spricht von einer Lernkurve: Das System funktioniere, müsse aber noch nachjustiert werden, auch wegen Beschwerden über Abfall an den Rückgabestellen.
Das polnische Klima- und Umweltministerium erwägt, Händler zu verpflichten, Bons aus Rücknahmeautomaten mindestens 90 Tage gültig zu halten; derzeit gilt ein Minimum von 30 Tagen, und jeder Händler legt die Frist selbst fest. Verbraucher verlieren bislang teils ihr Pfand, wenn ein Bon verfällt. Zugleich bereitet das Ministerium die Ausweitung des Systems auf Einweg-Glasflaschen vor, mit einer Übergangsfrist von etwa zwei Jahren.
Polen: keine Pfand-Ausnahme für Duty-free-Shops an Flughäfen
Wer in Polen an einem Flughafen-Duty-free-Shop Getränke kauft, zahlt Pfand, kann es beim Abflug aber kaum zurückerhalten, da es dort keine Rückgabestellen gibt. Vizeministerin Anita Sowińska erklärt, eine Ausnahme sei nicht geplant, weil sie das System komplizierter und betrugsanfälliger machen würde. Stattdessen sollen Händler und Flughäfen Rückgabestellen einrichten, auch vor der Sicherheitskontrolle.
Bulgarien verspricht nach Kritik offene Konsultation zum Pfandgesetz
Nach Kritik an der Art, wie Bulgarien sein neues Pfandgesetz bei der Europäischen Kommission notifiziert hat, kündigt das Umweltministerium ein offenes und transparentes weiteres Verfahren an. Der Staat werde laut Ministerin Karamfilova nicht Betreiber, sondern Garant des Systems. Der Entwurf soll veröffentlicht und mit Herstellern, Handel, Kommunen und Zivilgesellschaft beraten werden, bevor er ins Parlament geht.
Deutschland: Pfandflaschen aus Kunststoff bestehen zu 58 % aus Rezyklat
In Deutschland bestanden PET-Getränkeflaschen 2025 im Schnitt zu rund 58 % aus Rezyklat, nach 51 % im Jahr 2023 und 34 % im Jahr 2019. Damit liegt der Anteil deutlich über der EU-Mindestquote von 25 % und auch über dem Ziel von 30 % für 2030. Die Deutsche Umwelthilfe gibt jedoch zu bedenken, dass nur etwa 34,5 % der Getränke in Mehrwegflaschen verkauft werden – gesetzlich angestrebt sind 70 %.
Portugal: Pfandsystem-Betreiber Volta sieht beim Straßenmüll auch die Gemeinden in der Pflicht
SDR Portugal, Betreiber des portugiesischen Pfandsystems Volta, will der Forderung der Umweltministerin nach einem Plan gegen Müll rund um Abfallbehälter bis zum 16. Oktober nachkommen. Der Betreiber betont jedoch, er sei für den öffentlichen Raum nicht zuständig und die Lösung liege vor allem bei den Gemeinden; gesetzlich könne er ihnen aber Reinigungskosten erstatten. Von 50 geplanten großen Rückgabekiosken stehen erst 8, und Bürgermeister unter anderem in Lissabon, Porto und Faro beklagen zu wenige Rückgabestellen.
Vereinigtes Königreich: noch genau ein Jahr bis zum Start des Pfandsystems am 1. Oktober 2027
Am 1. Oktober 2027 startet in England, Schottland, Wales und Nordirland ein gemeinsames Pfandsystem mit 20 Pence Pfand auf Kunststoffflaschen und Dosen. Betreiber Exchange for Change, Anfang 2025 gegründet und inzwischen über 50 Beschäftigte stark, hat die Materialanforderungen, die Vorgaben für Rücknahmeautomaten und die Vergütung für den Handel festgelegt. Ziel sind 70 % Rücklauf im ersten Jahr, 80 % im zweiten und 90 % im dritten.
Großbritannien: Vor dem Pfandstart abgefüllte Getränke dürfen weiter verkauft werden
Exchange for Change, Betreiber des britischen Pfandsystems, das am 1. Oktober 2027 in England, Schottland und Nordirland startet, hat die Übergangsregeln vorgestellt. Vor dem Start abgefüllte Getränke dürfen danach weiterhin ohne Pfand verkauft werden; die Branche soll diese Bestände bis April 2028 abverkaufen. Nach dem Start abgefüllte Verpackungen müssen das Pfandlogo und einen registrierten Barcode tragen; die Regeln für Wales folgen später.
Griechenland: Geschäftsplan beziffert Kosten des Pfandsystems auf rund 900 Mio. € in fünf Jahren
DRS Hellas, der Betreiber des künftigen griechischen Pfandsystems für Kunststoffflaschen und Dosen, beziffert die Kosten für 2027–2031 in seinem Geschäftsplan auf rund 900 Mio. €. Der Plan wird von der Regierung noch geprüft, Ausschreibungen für die Infrastruktur laufen aber bereits. Bei einer erwarteten Rücklaufquote von 63 % bei rund 4,4 Milliarden Verpackungen im Jahr 2027 blieben jährlich etwa 180 Mio. € an Pfand unabgeholt.
Bulgarien: neuer Gesetzentwurf gibt dem Staat 34 % am Betreiber des Pfandsystems
Das bulgarische Umweltministerium hat am 29. September eine neue Fassung des Gesetzes für ein landesweites Pfandsystem für Getränkeverpackungen bei der Europäischen Kommission notifiziert. Danach hielte der Staat 34 % am Systembetreiber und damit eine Sperrminorität; frühere Entwürfe überließen den Betrieb Herstellern und Handel. Nun gilt eine dreimonatige Stillhaltefrist, in der die Kommission und andere Mitgliedstaaten Stellung nehmen können; eine öffentliche Konsultation in Bulgarien gab es zuvor nicht.
Polen will das Pfandsystem auf Einweg-Glasflaschen ausweiten
Das polnische Klimaministerium will Einweg-Glasflaschen, auch kleine Spirituosenfläschchen, in das Pfandsystem aufnehmen; erwartet wird eine Übergangsfrist von etwa zwei Jahren. Im ersten Jahr (Start am 1. Oktober 2025) wurden rund 5 Milliarden Flaschen und Dosen zurückgegeben, die monatliche Menge stieg von 480 Millionen im April auf 900 Millionen. Die Regierung strebt in diesem Jahr eine Sammelquote von 77 % an.
Vereinigtes Königreich: Sammlung und Verwertung für das Pfandsystem festgelegt
Exchange for Change, Betreiber des britischen Pfandsystems, das im Oktober 2027 startet, hat per Ausschreibung fünf Entsorgungsunternehmen für Abholung und Verwertung ausgewählt, jeweils für eine eigene Region. Zum Start stehen eigene Verarbeitungsstandorte unter anderem in Schottland, England und Nordirland bereit; 2030 folgen drei neue Anlagen. Es geht um rund 400 Sammelfahrzeuge und etwa 700 neue Arbeitsplätze.
Portugal: Regierung gibt Pfandsystem-Betreiber zwei Wochen für Plan gegen Straßenmüll
Die portugiesische Umweltministerin hat SDR Portugal, dem Betreiber des Pfandsystems Volta, per Brief bis zum 16. Oktober Zeit für einen Aktionsplan gegeben. Anlass ist, dass Menschen Mülleimer und Container nach Pfandverpackungen durchsuchen und vor allem in Lissabon Müll auf den Straßen hinterlassen. Der Plan soll unter anderem mehr Rückgabestellen, Aufklärung und Beispiele aus anderen europäischen Ländern enthalten; die Ministerin erinnerte daran, dass der Betreiber gesetzlich auch an den Kosten der Straßen- und Strandreinigung beteiligt ist.
Amsterdam stellt Abfallbehälter mit separatem Fach für Pfandflaschen und -dosen auf
Amsterdam stellt in den kommenden Wochen 200 neue Abfallbehälter auf, zunächst hinter dem Hauptbahnhof (Centraal Station) und anschließend unter anderem im Vondelpark und am Osdorpplein. Die Behälter haben eine selbstschließende Klappe und ein separates Fach für Pfandflaschen und -dosen, damit Pfandsammler die Müllsäcke nicht mehr aufreißen. In einem Test blieb die Klappe bei 83 % der neuen Behälter geschlossen, gegenüber 38 % bei den bisherigen.
Leserstimmen: Pfand funktioniert nur, wenn Käufer es selbst zurückholen
In der niederländischen Zeitung de Volkskrant äußern sich Leser zur Debatte über das Pfandsystem. Der Tenor: Das System ist erst dann ein Erfolg, wenn Käufer ihre leeren Flaschen und Dosen selbst zurückbringen und ihr Pfand einlösen.
Polen: Pfandsystem nach einem Jahr erfolgreich, doch Glas bleibt außen vor
Ein Jahr nach dem Start zählt das polnische Pfandsystem rund 60.000 Rücknahmestellen, und mehr als 3,2 Milliarden Flaschen und Dosen wurden zurückgegeben; 74 % der Polen machen mit. Fachleute sehen eine Lücke: Über 500 Millionen Einweg-Glasflaschen pro Jahr fallen nicht unter das System. Sie fordern, Glas aufzunehmen, Ausnahmen zu verringern und die Zahlen öffentlich zu machen.
Vereinigtes Königreich: Registrierung für das Pfandsystem eröffnet
Im Vereinigten Königreich können sich Hersteller und Händler seit dem 29. September bei Exchange for Change registrieren, dem Betreiber des Pfandsystems, das im Oktober 2027 startet. In dieser ersten Phase werden nur Basisdaten abgefragt; im Januar 2027 folgt eine zweite, ausführlichere Phase. Städtische Geschäfte unter 100 m² sind automatisch von der Rücknahme befreit; Geschäfte bis 200 m² können unter bestimmten Bedingungen eine Befreiung beantragen.
Neues Gewinnspiel: Pfandbon scannen und Preise gewinnen
Verpact und Statiegeld Nederland starten eine landesweite Aktion, die bis zum 14. Februar 2027 läuft. Wer in einem teilnehmenden Supermarkt Leergut zurückgibt und den Pfandbon in der Statiegeld App scannt, erhält pro Verpackung ein kostenloses Los; alle zwei Wochen werden Preise im Wert von 10.000 € verlost. Das Pfand selbst wird wie gewohnt ausgezahlt.
Portugal: 400 Millionen Verpackungen im Pfandsystem Volta zurückgegeben
Das portugiesische Pfandsystem Volta, das am 10. April startete, hat in weniger als sechs Monaten über 400 Millionen Flaschen und Dosen zurückgenommen. Der Betreiber SDR Portugal hat auf volta.com.pt einen öffentlichen Online-Zähler eingerichtet, der täglich aktualisiert wird. Von den 50 geplanten großen Rückgabekiosken stehen erst 8; für die übrigen wartet der Betreiber auf Genehmigungen und Flächen der Gemeinden. Ziel ist eine Sammelquote von 90 % bis Ende 2029.
Spanien will ein Pfand von mindestens 0,10 € auf Plastikflaschen und Dosen einführen, das sogenannte SDDR. Die Vorschriften nennen November 2026 als Starttermin, doch die Branche rechnet damit, dass dieser Termin nicht zu halten ist. 2023 sammelte Spanien erst 41,3 % der Plastikgetränkeflaschen getrennt, weit unter dem europäischen Ziel von 90 % bis 2029.
Portugal: Regierung hält am Pfandsystem Volta fest
Die portugiesische Umweltministerin wies die Forderung des Bürgermeisters von Lissabon zurück, das Pfandsystem Volta zu stoppen. Das System sei EU-rechtlich vorgeschrieben und erreiche seit dem Start am 10. April bereits eine Sammelquote von 44 %, über dem Jahresziel von 40 %. Für die Belästigungen rund um die Sammelstellen sucht die Regierung nach anderen Lösungen.
Consumentenbond: Rücknahmepflicht für Pfandverpackungen dringend nötig
Der niederländische Verbraucherverband Consumentenbond unterstützt den Plan der Regierung, Geschäfte ab dem 1. Januar 2028 zur Rücknahme von Pfandverpackungen zu verpflichten. 2025 kamen 78 % der Plastikflaschen und 86 % der Dosen zurück – weniger als das Ziel von 90 % –, und 129 Millionen € Pfand wurden nicht eingelöst. In Deutschland, wo die Rücknahme bereits Pflicht ist, liegt die Rücklaufquote über 95 %.
Am Osdorpplein in Amsterdam hat ein zweiter Statiegeld Retourshop eröffnet. Neben Flaschen und Dosen können dort auch Textilien, kleine Elektrogeräte, Hartplastikverpackungen und Getränkekartons abgegeben werden. Der Laden arbeitet mit Milieuwerk zusammen und bietet Arbeitsplätze für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind.
Rekonstruktion: Wie es zur Pfandlotterie statt zu einem höheren Pfand kam
Die NOS beschreibt, wie das Ministerium und die Getränkehersteller eine Lotterie als Alternative zur Verdopplung des Pfands entwickelten, die die Aufsichtsbehörde ILT (die niederländische Umweltinspektion) gefordert hatte. Laut der Rekonstruktion wurde die Inspektion weitgehend aus den Gesprächen herausgehalten. Wer sich das Pfand digital auszahlen lässt, kann es für ein Los einsetzen.
Die niederländische Regierung schlägt vor, ab dem 1. Januar 2028 Pfand auf alle Plastikflaschen bis 3 Liter zu erheben, also auch auf Milchprodukte und Saft. Geschäfte erhalten je nach Größe eine Rücknahmepflicht, und Geschäfte ab 200 m² müssen das Pfand auch bar auszahlen können. Ziel ist, dass die Niederlande das europäische Sammelziel von 90 % deutlich vor 2029 erreichen.
Rückgabeshop Enschede verarbeitet im Schnitt 7.000 Verpackungen pro Tag
Der Statiegeld Retourshop in Enschede-Zuid verarbeitete im ersten Monat durchschnittlich 7.000 Flaschen und Dosen pro Tag. Dort stehen zwei herkömmliche Rücknahmeautomaten und ein Bulk-Automat, der bis zu 100 Verpackungen auf einmal annimmt; geöffnet ist täglich von 8 bis 20 Uhr. Das Pfand wird bar, per Tikkie oder als Spende ausgezahlt.
Irland: 1,43 Milliarden Verpackungen im Jahr 2025 zurückgegeben
Im Jahr 2025 nahm das irische Pfandsystem Re-turn 1,43 Milliarden Flaschen und Dosen zurück, eine Rücklaufquote von 76,4 %. 60,1 Millionen € Pfand wurden nicht eingelöst; mit diesem Geld werden unter anderem die Vergütungen für den Handel und Investitionen in das System finanziert. Die Vermüllung durch Getränkeverpackungen ist seit dem Start 2024 um 55 % zurückgegangen.